• Andrea Kemmeter

Vegan für Einsteiger - 2. Befürworten und Unterstützen

Wieso denken wir eigentlich wir dürften etwas nicht gut finden, nur weil wir es selbst nicht oder nicht komplett umsetzen können?

Ich vermute wir haben Angst als Heuchler bezeichnet zu werden. Oder als inkonsequent.

Aber diese Einstellung bringt uns doch nur in eine Sackgasse.

Niemand kann alles perfekt machen. Es gibt immer etwas zu verbessern.

Und oft sind die Dinge so komplex, dass selbst die besten Absichten negative Konsequenzen haben.

Diese Ganz-Oder-Garnicht-Einstellung bringt uns doch nicht weiter.


Oft meint man es gäbe nur zwei Wege: Vegan leben (und für viele bedeutet das ja vermeintlich auf alles verzichten zu müssen - dazu kommen wir noch), oder einfach gar nichts tun.

Oft sogar begründet mit Sätzen wie "Ich kann eh nicht alles richtig machen, dann lass ichs gleich."

Und weil wir meinen, wenn man etwas befürwortet muss man es auch selbst leben, sonst hat man kein Recht positiv darüber zu sprechen führt das im Umkehrschluss dazu, dass eine vegane Lebensweise schlecht geredet wird.

Wem bringt denn das alles etwas?


Es muss eine alternative Strategie her.

Mein Vorschlag ist folgender: Schritt 1.

Anerkennen, dass wir alle mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten aufgewachsen sind und immer noch in einer Welt leben, in der das Essen von tierischen Produkten die Norm ist.

Tierische Produkte sind günstig, überall verfügbar, lecker und akzeptiert.

Es ist nicht einfach Gewohnheiten zu ändern.

Vor allem nicht die, die mit Ernährung zu tun haben. Und schon gleich gar nicht, wenn das auch noch bedeutet entgegen dem zu handeln was die Mehrheit der Gesellschaft tut.

"Die meisten Menschen essen Fleisch, weil die meisten Menschen Fleisch essen."

All das darf man sich erstmal bewusst machen.

Ja, es ist am Anfang schwer auf eine vegane Ernährung umzustellen.

Und es ist ok, wenn man sich das für sich selbst nicht vorstellen kann.


Schritt 2.

Befürworten, dass es Menschen gibt, die weniger Fleisch bzw. tierische Produkte essen, oder ganz auf einen veganen Lebensstil umstellen.

Man kann sagen "Ich finde es gut, was die machen, auch wenn ich das selbst (noch) nicht kann."

Außerdem kann man Restaurants loben, die vegane Gerichte auf ihre Karte setzen, oder Supermärkte, die das vegane Angebot ausbauen. Man kann anfangen positiv über eine vegane Lebensweise mit Freunden und Familie zu sprechen und Menschen im eigenen Umfeld bei einer Umstellung unterstützen, wenn sie gerade dabei sind etwas zu verändern.

Nochmal: Auch wenn man sich selbst nicht vorstellen kann jemals weniger Fleisch zu essen.


Schritt 3.

Unterstützen.

Es gibt einige sehr effektive Organisationen, die daran arbeiten den weltweiten Konsum von tierischen Produkte zu reduzieren.

Unter animalcharityevaluators.org findet man die Organisationen, die tatsächlich effektiv arbeiten und bei denen man sich sicher sein kann, dass die eigene Spende auch etwas bewirkt.

Vielleicht ist das etwas worüber du noch nie nachgedacht hast, aber die Spende an eine effektive Organisation kann extrem viel bewirken.


Alle 3 Punkte sollen vor allem eines bewirken: Es wird gesellschaftlich akzeptierter weniger Fleisch und andere tierische Produkte zu konsumieren. Dadurch wird es für alle einfacher sich pflanzlich zu ernähren. Es steigt die Nachfrage und damit das Angebot an veganen Produkte und Gerichten und damit wird es für alle besser verfügbar und günstiger.


Und möglicherweise wird es dadurch am Ende selbst für die passioniertesten Fleischesser eine Option ab und zu Sojaschnitzel oder Kartoffelgulasch zu essen ;)



Kannst du dich hier wiedererkennen? Wie stehst du aktuell zu veganer Ernährung? Was hält dich vielleicht bisher davon ab weniger Fleisch zu essen?


Ich freue mich von dir zu hören:

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